Northern Territory, von den Aussies auch Top End genannt ist 1125 Mio m²
ein riesiges Gebiet und nimmt ein Sechstel Australiens ein. Dieser Landesteil
erlangte mit "Crocodile Dundee"
weltweite Berühmtheit. Erst durch diese Filme wurde die Schönheit des
Kakadu National Parks weltbekannt. Eine weitere Besonderheit
ist der in diesem dünnbesiedelten Bundesstaat beheimatete Ayers
Rock. Der nördliche Teil ist tropisch und der restliche und absolut größte
Teil besteht meist aus Steppen und Wüsten. Das Gebiet im Roten Zentrum bei
Alice Springs besteht aus 2000 Millionen Jahre altem Land. Das von den Ureinwohnern verwaltete Arnhem Land ist ist eines der abgelensten und weitgehend unberührten Gebiete im Northern Territory und darf nur mit Genehmigung betreten werden. Spärlich dagegen
fällt die Besiedlung aus. Nur etwa 170'000 Menschen leben im Northern Territory (1 Prozent der australischen Bevölkerung),
davon ca. 68'000 in Darwin, 24'000 in Alice Springs, 8000 in Katherine und 3100
in Tennant Creek. Die restliche Bevölkerung verteilt sich auf Farmen und
Aboriginal-Siedlungen. Im Noethern Territory ist der Aboriginal-Bevölkerungsanteil
mit über 20% am größten in ganz Australien.
Klima: Der wilde Norden kennt nur zwei Jahreszeiten. Von
April bis Oktober herrscht Trockenzeit und in der restlichen Zeit feucht-heiße
Regenzeit, oder wie die Aussies sagen, the Wet. Eine Luftfeuchtigkeit
von 98% und Temperaturen über 38°C sind dann keine Seltenheit. Im nördlichen
Teil des Bundesstaates herrscht ein tropisches Monsunklima. Im südlichen
Teil hingegen trifft man auf kontinentales Wüstenklima. Im Winter wird
es nachts eisig kalt und Temperaturen um den Gefrierpunkt sind keine Seltenheit.
Dagegen wird es im Sommer tagsüber bis zu 40 Grad heiß, aber nachts
kühlt es auf angenehme 20 Grad runter.
Darwin:
Die erste Siedlung im Norden und jetzige Hauptstadt des Northern Territory.
ist mit seinen ca. 85'000 Einwohnern die mit Abstand größte Stadt
des Bundesstaates. Mehr als einmal hat die Stadt ihr Dach über dem Kopf
verloren. Heftige Wirbelstürme und Zyklone haben hier schon gewütet.Von
hier aus lassen sich viele Ausflüge zu den nahegelegenen National Parks
(Kakadu NP, Litchfield NP) organisieren. Die Stadt gilt nicht gerade als städtebauliche
Besonderheit, aber Sie hat doch ein gewissen Charme und dafür wurde in
den letzten Jahren viel getan. Durch den Umzug des Aquariums Indo-Pacific Marine
und die Ansiedlung etlicher Restaurants und Cafes wurde beispielsweise der Hafen
erheblich aufgewertet. In den Aussenbezirken locken einige sehr interressante
Museen (Museum and Art Gallery of the Northern Territory, Fannie Bay Goal Museum
etc.) zum Besuch. Unweit vom Aviation Museum entfernt befindet sich auch der
Crocodylus Park. Eine weitere großartige Attraktion sind die Darwin Botanic
Gardens. Sie befinden sich auf einem sehr schön angelegten Gelände.
Von März bis Oktober finden jede Donnerstag- und Sonntagnacht die Mindil
Beach Markets statt. Dieser kann einem das Gefühl für das multikulturelle
Treiben in Darwin vermitteln und die nähe zu Asien verdeutlichen. Ein weiterer
Tipp wäre eine Hafenrundfahrt, um die Mangroven,
Strände und die im Zweiten Weltkrieg gesunkenen Schiffe zu besichtigen.
Der
Kakadu National Park , einer von 90 National Parks im Northern Territory, liegt 252 km östlich von Darwin.
Seinen Namen hat der Park vom Stamm der Ureinwohner dieser Region, den Gagudju
und 1984 wurde er zum Weltkulturerbe ernannt. Flora und Fauna zeigen sich in
vielfältiger Form. Hier leben ca. 500 Tier- und 1'000 Pflanzenarten. Das Gebiet des Parkes spielt schon seit mehr als 50'000
Jahren eine große Rolle in der Traumzeit
der Aboriginals. Höhepunkte sind der Ubirr-
und Nourlangie Rock, deren Felszeichnungen teilweise mehr als 20'000 Jahre alt
sind. Im Park gibt es Unterkunftsmöglichkeiten jeder Art. Von Camping über
Backpacker bis zu luxuriösen Hotels wird alles geboten. Wenn man den Park
auf eigene Faust besuchen möchte, sollte man sich zuerst an das Park Headquarter
und das Warradjan Aboriginal Cultural Centre wenden. Dort kann man sich über
die unterschiedlichen Wanderwege und deren Attraktionen informieren. Während
der Regenzeit werden weite Gebiete überschwemmt und die Wasserfälle
sind am eindrucksvollsten. Manche Attraktion ist dann gar nicht oder nur noch
per Allradfahrzeug erreichbar.
Katherine wurde 1844/45 von Ludwig Leichhardt erforscht. Mit etwa 5000 Einwohnern ist er das Zentrum des Never Never-Landes (nach dem Roman, We of the Never Never, einer der ersten Frauen hier benannt). Sehenswert ist das 1944/45 erbaute Katherine Museum. Es war ursprünglich ein Terminal für die zivile Luftfahrt und ist heute ein Museum für Artefakte, Fotografien, Karten und andere historische Dinge. Das Low Level Nature Reserve, 3km von Katherine entfernt, ist ein beliebter Schwimm- und Ausflugsort.
Tennant Creek ist das sogenannte "goldene Herz" des Northern
Territory mittem im Nichts. Goldminen bestimmen noch heute das wirtschaftliche
Leben des Ortes und dessen 3500 Einwohnern. Hier gibt es die Pebbles, die kleinen
Brüder der
Devils
Marpels, eine bizarre Steinformation 106km südlich von Tennat Creek lohnen
einen Stop auf jedenfall.
Gegründet wurde Alice Springs 1872, bei Verlegung der Telegraphenleitung von Adelaide nach Darwin. die Stadt ist 1495 km südlich von Darwin gelegen am Todd River, einem Fluss, der nur an wenigen Tagen im Jahr Wasser führt. Umgeben von den MacDonnell Ranges leben hier ca. 25000 Einwohner. Mitten im nichts, erscheint einem Alice Springs wie eine Oase in der Wüste, dem Outback. Auch das Rote Herz genannt, weil es fast in der geographischen Mitte des Kontinents liegt und mit dem in der Nähe gelegenen heiligen Fels, Uluru, Zentrum der Traumpfade der Ureinwohner ist. Hier gibt es etliche Museen und Einrichtungen, die über die Geschichte und das Leben der Aboriginals informieren. Sonntags, wenn ausser einigen wenigen Museen, fast alles geschlossen ist, sogar Restaurants und Pubs, sollte man diesen Tag eher als Verschnaufpause nutzen. Alice Springs gilt als Ausgangspunkt für Touren zum Uluru-Kata Tjuta National Park, der Heimat des Ayers Rock und anderer Sehenswürdigkeiten wie den Olgas und dem Kings Canyon.
Hier,
im Northern Territory, kann man die längsten Trucks (Road Train)
von ganz Australien sehen. Sie haben meist 2 - 3 Anhänger bzw. Auflieger,
je nach zu befahrender Strecke, können es aber auch doppelt so viel sein.
Für jeden Europäer ein Anblick voller Erstaunen und Erfurcht, wenn
man diese vorbeidonnernden, endlos langen Ungetüme sieht. Ingrid
hat eine sehr schöne Aufstellung darüber gemacht, welche Arten von
Road Trains es gibt. Weitere Infos bekommt man bei der Australian
Road Train Association.
update 08/07/31 6:56 AM