Der
Dornenkronenseestern (Acanthaster planci) ist ein Bewohner der
Korallenriffe in tropischen und subtropischen Regionen des Indopazifik von der
Ostküste Afrikas bis zum Golf von Kalifornien. Er vermeidet flache, offene
Habitate und bevorzugt geschützte Lagunen und tieferes Wasser bis zu etwa
60 m. Diese Art besitzt zahlreiche Arme, typischerweise zwischen 7 und 23. Der
Durchmesser von Armspitze zu Armspitze beträgt etwa 30-40 cm, in seltenen
Fällen aber auch mehr als 70 cm. Die Oberseite der Tiere ist mit zahlreichen,
4-5 cm langen, spitzen Stacheln besetzt, denen die Art ihren deutschen Namen
verdankt. Diese Stacheln enthalten giftige Substanzen und können bei Menschen
schmerzhafte Wunden in Verbindung mit Lähmungen und Erbrechen verursachen.
Die Färbung der Tiere ist variabel, von purpur-blau mit roten Stachelspitzen
bis grün mit gelben Stachelspitzen. Das hängt wahrscheinlich von der
aufgenommenen Nahrung ab. Der Dornenkronenseestern zählt zu der Gruppe
von Riffbewohnern, die sich von Korallen ernähren. Im Gegensatz zu vielen
Fischen, Krebsen und Schnecken ist er dabei ausgesprochen effektiv. Er stülpt
seinen Magen über eine Koralle und verdaut das Gewebe mit Hilfe von Enzymen.
Dieser Vorgang dauert mehrere Stunden, so daß er nur etwa 1-2 mal pro
Tag Nahrung aufnimmt. Die jeweils betroffene Fläche entspricht etwa dem
Durchmesser des Seesterns. Wenn er seinen Magen zurückzieht, bleibt nur
das bleiche Kalkskelett der Korallen zurück. Da der Dornenkronenseestern
normalerweise nachtaktiv ist, sind diese weißen Flecken häufig der
erste Hinweis auf sein Vorkommen. Seine Fraßrate kann bis zu 1 qm Korallen
pro Monat betragen und übersteigt somit die natürliche Wachstums-
und Regenerationsrate der Korallen deutlich. Zwischen 1963 und 1970 wurden durch
den Dornenkronenseestern ca. 250 qkm des Great
Barrier Reef bloßgelegt.
Der
Kasuar (Casuarius) lebt in den tropischen Regenwäldern Australiens
und Neuguineas. Aufgrund der weitgehenden Anpassung an seine natürliche
Umwelt gleichen die Federn dieses Vogels fast nur noch Stoppeln. Dichtes Gefieder
zum Wärmen benötigt das Tier nicht, und es wäre auch ein Hindernis
beim Laufen durch das Unterholz. Obwohl unbedeutend und farblos, sind diese
reduzierten Federn bei den Menschen in Neuguinea sehr begehrt als Körperschmuck
und zur Ausschmückung bei feierlichen Gelegenheiten. Der straussenähnliche
Urwaldvogel trägt einen hornartigen Helm auf dem Kopf und eine schwertartige Mittelzehe. Mit seinen kräftigen Beinen kann er bis zu 50km/h schnell laufen. Er ernährt
sich von den Früchten der Regenwaldpflanzen, die er herunterschluckt. Durch
seine Verdauung werden die fermentierten Früchte wieder im Ganzen ausgeschieden
und auf diese Weise der Regenwald aufgeforstet. Das Kasuar-Weibchen legt 2-4
Eier, es ist jedoch die Aufgabe des Vaters, diese auszubrüten und die Küken
grosszuziehen.
Der
Kookaburra (Lachender Hans, Laughing Jack) ist der größte
Kingfisher (Eisvogel). Bekannt ist er für sein lachendes Gegacker
mit dem er allmorgendlich seine Reviergrenzen verkündet. Er lebt
an der gesamten Ostküste, einschließlich Tasmanien und durch Ansiedelug
auch im Südwesten Westaustraliens. Die Kookaburras leben in Familienverbänden,
in denen jede neue Generation aufgezogen wird. Die Entscheidung für einen
Partner hält bei diesen Vögeln ein Leben lang (bis zu 20 Jahre). Diese
Eisvögel nisten an unterschiedlichsten Plätzen, doch bevorzugen sie
Höhlen in abgestorbenen Bäumen von ausreichender Größe.
Und sie graben ihre Nester sogar in verlassene Termitenhügel. Eine echte
Bedrohung für den Laughing Jack bildet der Waran, denn er zerstört
die Nester und raubt die Eier. Bei einer Attacke des Reptils auf das versteckte
Gelege stürzen sich die Vögel im Verband auf den Angreifer und verteidigen
halsbrecherisch ihren Nachwuchs. Bevorzugte Nahrung sind große Insekten
sowie kleine Schlangen und Eidechsen, aber auch Grillfleisch verschmäht
er nicht. Er schlägt seine Beute auf den Boden, Steine oder einen Ast,
um sie in mundgerechte Stücke zu zerteilen.
Mit dem Blue-winged Kookaburra (Blauflügel Kookaburra) lebt ein zweiter
Kookaburra im nördlichen Australien (bis zum Wendekreis des Steinbocks).
Er "lacht" nicht, wie sein naher Verwandter und unterscheidet sich
optisch durch sein deutlicher blaues Gefieder.
Die Mangrovenkrabbe (Pseudosesarma moeshi) ist ein klassischer Mangrovenbewohner. Beheimatet sind sie ebenfalls in Afrika, Asien und Südamerika. Sie graben sich Gänge im Mangrovenschlamm, in denen sie sich bei Gefahr oder ihrer Häutung zurückziehen. Die Beine und Scherenansätze sind sind dunkel-rötlich oder violett. Sie sind Allesfresser und meißt Nachts auf der Jagd auf andere Krabben, Muscheln und Schnecken. Sie ernähren sich aber auch vom Laub der Mangrovenbäume. Da die bis zu 25 cm großen Tiere als Delikatesse gelten, ist ihr Bestand in manchen Gebieten stark zurückgegangen und man versucht dem mit Beschränkungen der Fanggröße dem entgegen zu wirken.
Schnabeltier
(Platypus) - Die Entenratte von Australien
Verwirrt betrachtet im Jahre 1798 Dr. Jonathan Morris vom British Museum in
London das tote Tier, dass ihm aus der neuen Kolonie Australien zugeschickt
wurde. Ist die rattenähnliche Kreatur mit Entenschnabel und Biberschwanz
eine Fälschung? Vergeblich versuchten die Experten, mit einer Schere, den
vermeintlich aufgenähten Schnabel vom Fell zu trennen. Erst 1802 wurde
die Existenz des Schnabeltiers offiziell bestätigt. Zweihundert Jahre später
gibt das eierlegende Säugetier immer noch Rätsel auf. Im Healesville
Sanctuary Wildgehege, nahe Melbourne,
ist der einzige Ort der Welt, wo Schnabeltiere in Gefangenschaft Junge bekommen
haben, zwei Mal in den letzten 50 Jahren! Einige der Tiere werden in komplizierten
künstlichen Gang- und Höhlensystemen gehalten. Versucht ein Pfleger
eins der Zöglinge zu finden, braucht er viel Geduld. Immer wieder muss
er zu diesem Zweck, hier und da eine Tür oder einen Kasten aufklappen und dabei sollte er vorsichtig sein, denn die Männchen haben an den Hinterbeinen Stacheln dessen enthaltenes Gift große Schmerzen und in Extremfällen sogar den Tod herbeiführen kann.
Nur die wenigsten Australier haben je ein Schnabeltier in freier Wildbahn gesehen.
Geschichten über diese seltsame Tierart gibt es viele. Die Eingeborenen
sprechen von der jungen schönen Ente, die von einer Ratte zur Hochzeit
gezwungen wurde...
Das
Thermometerhuhn wohnt in den trockenen Buschgebieten Südaustraliens
und bleibt seinem Partner ein Leben lang treu. Die Besonderheit der 50 - 60cm
großen Hühnerart ist das Anlegen und die Pflege der Brutstätte.
Der Hahn errichtet in monatelanger Arbeit große, geschickt angelegte Brutstätten,
in denen fast konstant 34 Grad Wärme herrschen. Dazu hebt er vor dem Winterbeginn
in Australien (Mai) eine ca. 1m tiefe Brutgrube aus, die er mit Blättern
und anderem weichen Pflanzenmateriel auffüllt. Nachdem erste Niederschläge
das Material durchnässt haben, wird die Brutgrube mit Sand zugescharrt
und angehäuft. Der nun einsetzende Gärprozess sorgt für eine
gleichbleibende Temperatur. Im Frühjahr (September) beginnt das Weibchen
mit der Ablage der ersten von ca. 25 Eiern, woraus bis zum Herbst (März)
die Jungen schlüpfen. Während dieser Zeit und auch vorher, ist der
Hahn ständig damit beschäftigt die Temperatur der Brutstätte
konstant zu halten. Zu diesem Zweck scharrt er ein kleines Loch und steckt seinen
Kopf in die Grube. Durch ein noch nicht genau bekanntes Sinnesorgan überprüft
er die herrschende Temperatur. Er reguliert diese, indem er je nach Außentemperatur
die Grube mit mehr oder weniger Sand bedeckt. Die Jungen sind direkt nach dem
Schlüpfen selbstständig und können am nächsten Tag sogar
schon kurze Strecken fliegen.
update 08/05/02 1:09 AM