Weinbau hat in Australien seit etwa 1840 - 1850 Tradition. Infolge der Kriege
und der gescheiterten deutschen Revolution wanderten viele Schlesier nach Australien
aus und bauten im Barossa
Valley ihren Messwein an. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
war ein kontinuierlicher Rückgang bei den Weinbauflächen zu verzeichnen,
denn man baute nur einfache Reben für den heimischen Markt und für
Massenweine an. Seit den 60er Jahren hat der Weinbau in Australien, mit dem
Anbau neuer Reben und neuer Anbaumethoden, einen starken Aufschwung genommen.
Heute hat sich der australische Wein eine vielbeachtete Position in der weltweiten
Weinwirtschaft erarbeitet.
Wein
wird in jedem australischen Staat angebaut. Vier Staaten teilen sich die Hauptrebfläche.
Das sind Victoria und New
South Wales, sowie der Südosten von South
Australia und der Südwesten von Western
Australia. Der Weinbau im Northern
Territory ist sehr unbedeutend und in Queensland
beschränkt er sich auf weniger als 100 ha im äussersten Süden
des Staates. Auf Tasmanien erlaubt
ein günstiges Mikroklima im Norden und Süden der Insel Weinbau, auch
im A.C.T. wird Weinbau betrieben. Auf mehr als der
Hälfte der Fläche ist das Klima zu heiß und/oder zu trocken
b.z.w. zu tropisch für das Bewirtschaften von Weinbergen.
Die Anbauflächen wurden enorm ausgeweitet und zum grössten Teil sind
sie künstlich bewässert. Als Besucher Australiens muss man sich erstmal
von der Vorstellung "unserer" Weinberge trennen. Wine-Valley ist auf
den ersten Blick oft kaum als Tal zu erkennen, denn die Anbauflächen sind
riesig und verschiedene Rebsorten wachsen hier jeweils in mehreren Reihen nebeneinander.
Auf Detailkarten der Winzer sehen diese Flächen aus wie ein riesiges Mosaik.
Auch reifen die Trauben nicht unbedingt in der Nähe der Winery's (Weinkellereien),
sondern werden meist von weit her zur Verarbeitung angefahren. In Australien
werden auf etwa 60'000 Hektar Rebflächen ca. 4'500'000 Hektoliter Wein
geerntet.
Die Rebsorte Sultana wird mit 27% der Anbaufläche am häufigsten angebaut.
Sie wird allerdings zum überwiegenden Teil zur Rosinenproduktion verwendet.
Sehr beliebt sind Rosenstöcke am Rand der Weinfelder, die blühend
für einen farbigen Tupfer am Ende einer jeden Rebenreihe sorgen. Die überwiegende
Mehrzahl der Reben in australischen Weinbaugebieten stammt ursprünglich
aus Frankreich, einige auch aus Italien, Portugal oder Deutschland. Viele davon
sind Rebsorten, die man in der ganzen Welt wiederfindet. In Australien genauso
wie in Kalifornien, Europa, Südafrika oder Chile.
In Australien beträgt der Anteil der Weißweinsorten ca. 60% und die
Rotweinsorten belegen die restlichen 40%.
Cabernet
Sauvignon:
Weltweit hat der Cabernet seinen Siegeszug angetreten. Die große charaktervolle Traube zeichnet sich durch ihre Würze und ihr charakteristisches Aroma von Johannisbeeren aus. Im Médoc und in der Region der Graves (südlich von Bordeaux), bringt sie Weine von Weltruf hervor, denen die Weine aus Kalifornien und Australien nicht nachstehen. Durch die hohen Tanningehalte ist der Wein fast unbegrenzt haltbar und ergibt einen lange lagerfähigen Wein. Oft wird er auch mit dem Shiraz oder einer seiner Bruderreben verschnitten.
Infandel:
Diesen Wein findet man in kleinen Anpflanzungen in Westaustralien und in den Southern Vales. Diese Rotweine sind tief in der Farbe, angenehm würzig im Geschmack und werden oft für Verschnitt verwendet.
Malbec:
Die Rebe heißt eigentlich Côt und erhielt den Namen Malbec
im Gebiet von Bordeaux. Hier findet sie oft Verwendung in der Herstellung der
roten Bordeaux und ist auch Bestandteil des roten Cahors-Weines. Sie ist auch
in zahlreichen großen kalifornischen Rotweinen zu finden.
Pinot Noir (Spät-oder Blauburgunder)
Rote Rebsorte, die farblich wenig kräftige, dafür umso haltbarere Rotweine ergibt. In der Champagne wird der Pinot Noir weiß ausgebaut. Die Rebsorte wird u.a. in Deutschland, Frankreich (Elsass und Burgund), Italien (u.a. Südtirol, Venetien) und dem Schweizer Kanton Wallis. Hier ist der Pinot Noir Bestandteil des Dôle. Der Name leitet sich von der nicht weit über der Grenze liegenden, gleichnamigen Stadt im französischen Jura ab. In Kalifornien dient er zur Herstellung leichter, aromatischer Tischweine.
Die besten der Australischen Shiraz-Weine gehören zu den wirklich großen
Weinen dieser Welt. Ursprünglich war diese Rebsorte besonders im Rhônetal
und im Languedoc-Roussillon
zu finden. Wenn man der Legende glauben kann, wurde die Traube von Rittern der
Kreuzüge aus Persien mitgebracht. Seinen Namen hat er von der persischen
Stadt Shiraz.
Geschmacklich unterscheiden sich die Shiraz-Weine Australiens erheblich von
Ihren europäischen Brüdern der Cote du Rhone. Sie sind sehr voll und
intensiv, mit geschmeidigen Taninen und purpurroter Farbe. Shiraz ist sehr gut
lagerfähig und gewinnt dabei an Komplexität, so daß er an einen
Spätburgunder erinnern könnte. Erfreulich ist, daß die Preise
der Australischen Shiraz Weine noch nicht entsprechend ihrer Qualität angesetzt
werden.
White Shiraz ist in Australien die übliche Bezeichnung für die weiße
Rebsorte Ugni Blanc.

Was der Cabernet als Rotwein geschafft hat, zeichnet ebenfalls den Chardonnay als Weißwein aus. Die weiße Burgundertraube paßt sich leicht den jeweiligen klimatischen Bedingungen an und hat in Australien und Kalifornien Weine hervorgebracht, die den Vergleich mit ihren euro-päischen Pendants nicht zu scheuen braucht. In Australien hat der Chardonnay einen eigenen Charakter entwickelt, der durch die Lagerung in Eichenfässern dem Burgunder der kälteren Europäischen Gebiete zwar gleicht, jedoch vollere Weine mit höherem Alkoholgehalt hervor-bringt.
Gewürztraminer:
Eine der ausdrucksvollsten Traubensorten, deren Hochburg im Elsaß und in Deutschland liegt. Wie der Name besagt, zeichnen sich diese Weine durch einen überaus würzigen Geschmack aus, der oft an Rosen oder Grapefruit erinnert. Gilt als eine Mutation des Traminers.
Marsanne:
Die Hauptweißweintraube des nördlichen Rhonegebiets bringt meist milde und volle Weine hervor. Anders als in Frankreich wird er in Australien in kühleren Regionen angebaut und hat vor allem in Goulbourne Valley eine lange Tradition.
Riesling:
Riesling hat in Australien eine große Tradition (zweitgrößte
Riesling-Fläche außerhalb Deutschlands) und bringt meist trockene
bis halbtrockene Weine hervor. Beste Anbaugebiete sind die heißen Gebiete
Clare und Eden in New South Wales.
Die weiße Rebsorte ist mit dem Muscadelle und dem Sauvignon Blanc verwandt. Hauptsächlich wird sie in der Gironde angebaut und dient u.a. als Grundlage zur Herstellung von alkoholreichen Aperitifweinen. Der bedeutendste dieser Weine ist der seltene Monbazillac, aus dem französischen Bergerac. Trocken ausgebaut ist sie Bestandteil des weißen Entre-Deux-Mers (Bordelais). In Kalifornien ist sie Grundlage zur Herstellung eines lieblichen Weißweins.
Das ist die meistverbreiteste italienische weiße Rebe und Grundbestandteil des Soave und Frascati, unabdingbar auch im Chianti (in der klassischen Komposition). Man findet die Rebe auch in Spanien, Portugal und Südamerika. In Frankreich heißt sie Ugni Blanc und ist Hauptbestandteil des Cognac. Die weiße Rebsorte ist sehr alt, denn schon zu Beginn der neuen Zeitrechnung sprach man, nach der Überlieferung, von einem Vinum trebulanum aus einem Ort namens Trebulanis in Kampanien, was auf einen Urahn der Sorte hindeuten könnte.
Cockatoo Ridgesouthern Vales:
Der Sparkling wird aus den Trauben von Sémillion, Chardonnay und Pinot Noir hergestellt. Die Farbe dieses fein moussie-renden Sektes, der in der Flasche vergoren wurde schimmert leicht rosa durch den Anteil des Pinot Noirs.
australische Weingüter:
- Barossa Valley Estate
- Plantagenet Wines
- Tahblik
australische Weine in Deutschland:
- Australien Wine Shop
- PS Wine Shop
update 08/10/07 11:26 PM